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Vietnam in 10 Tagen: Von Hanoi nach Ho-Chi-Minh-Stadt

Hanois Altstadt, eine Übernachtungskreuzfahrt auf der Halong-Bucht, die Laternen von Hoi An und Saigons Streetfood – die komplette 10-Tage-Reiseroute durch Vietnam für Erstbesucher 2026.

Überblick

Vietnam erstreckt sich über 1.650 km von Nord nach Süd – Hanoi im Norden und Ho-Chi-Minh-Stadt im Süden unterscheiden sich in Kultur, Küche, Architektur und Lebenstempo so stark wie London und Barcelona. Zehn Tage reichen für eine echte Nord-Süd-Reise, die die wesentlichen Erlebnisse des Landes abdeckt: Hanois vielschichtige Geschichte, die außergewöhnliche Karstlandschaft der Halong-Bucht, das UNESCO-Weltkulturerbe Hoi An und die unbändige Energie Saigons.

Am besten geeignet für: Vietnam-Erstbesucher, alle, die Kultur und Natur verbinden möchten Budget: 60–150 €/Tag (Unterkunft, Verpflegung, Transport, Aktivitäten) Beste Reisezeit: Februar bis April (Norden), Dezember bis April (Zentrum und Süden) Route: Nord nach Süd (Ankunft in Hanoi, Abflug ab Ho-Chi-Minh-Stadt) – vermeidet unnötige Rückwege


Tag 1–2: Hanoi — Altstadt und Hoan-Kiem-See

Tag 1 — Ankunft und Orientierung: Check-in in einem Hotel in der Altstadt (Hoan-Kiem-Distrikt) und Spaziergang zum Hoan-Kiem-See – dem Zentrum der Stadt, gesäumt von Trauerweiden und mit der roten Huc-Brücke zum Ngoc-Son-Tempel im Hintergrund. Am atmosphärischsten ist der See bei Sonnenauf- und -untergang, wenn die Hanoier rundherum Sport treiben und sich treffen. Die 36 traditionellen Zunftstraßen der Altstadt (jede nach dem einst dort verkauften Handwerk benannt) rund um den See laden zum ziellosen Bummeln ein.

Tag 2 — Hanois wichtigste Sehenswürdigkeiten: Ho-Chi-Minh-Mausoleum (vormittags geöffnet, montags und freitags geschlossen) – der bemerkenswert gut erhaltene Leichnam Ho Chi Minhs wird in einem Mausoleum im Sowjetstil mitten auf dem Ba-Dinh-Platz gezeigt. Direkt daneben: der Präsidentenpalast (den Ho Chi Minh nutzte, in dem zu wohnen er jedoch ablehnte), die Ein-Säulen-Pagode und das Ho-Chi-Minh-Museum.

Nachmittags: der Literaturtempel (Van Mieu) – Vietnams erste Universität, gegründet 1070, mit wunderschönen Gartenhöfen. Dazu das Vietnamesische Ethnologische Museum (exzellente Ausstellung zu Vietnams 54 ethnischen Gruppen).

Abends: Bia-Hoi-Ecke am Hoan-Kiem-See – die Kreuzung von Ta Hien und Luong Ngoc Quyen, wo Dutzende winzige Plastikhocker-Bia-Hoi-Stände (frisches Fassbier, 0,30 €/Glas) eines der großen Straßentrink-Erlebnisse Südostasiens bilden. Ringsherum gibt es hervorragendes vietnamesisches Streetfood.


Tag 3–4: Kreuzfahrt auf der Halong-Bucht

Die Halong-Bucht (UNESCO-Weltnaturerbe, vier Stunden östlich von Hanoi) ist eine der surrealsten Landschaften Asiens: 2.000 Kalksteinkarstinseln, die aus dem smaragdgrünen Golf von Tonkin aufragen, mit Höhlen, versteckten Lagunen, schwimmenden Fischerdörfern und Kajaktouren durch Felsentore.

Buchung: Eine Dschunken-Kreuzfahrt am besten schon vor der Ankunft in Vietnam buchen. Die Übernachtungskreuzfahrten (1 Nacht) und die lohnenderen 2-Nächte-Touren (die auch die weniger besuchte Bai-Tu-Long-Bucht einschließen) starten von Ha Long City aus. Budgetoptionen ab 80 €/Person, Mittelklasse ab 120 €/Person, Luxus-Dschunken ab 250 €/Person.

Tag 3: Bustransfer von Hanoi (4 Stunden), Bootseinstieg mittags, nachmittags Kajakfahren und Höhlenerkundung. Tag 4: Tai Chi bei Sonnenaufgang an Deck, zweite Höhlen-/Lagunentour, Rückkehr nach Hanoi am Abend.

Alternative: Ninh Binh (2,5 Stunden südlich von Hanoi) wird manchmal als „Halong-Bucht an Land” bezeichnet – Karstgipfel, Reisterrassen und Bootsfahrten durch überflutete Höhlen in Trang An (UNESCO). Landschaftlich weniger spektakulär als Halong, dafür leichter zu erreichen und deutlich weniger besucht.


Tag 5–6: Hoi An — die historische Altstadt

Flug oder Nachtzug von Hanoi nach Da Nang (1,5 Stunden per Flugzeug, 14 Stunden mit dem Zug). Da Nang ist das Tor zu Hoi An (35 km südlich).

Hoi Ans Altstadt ist eine der besterhaltenen historischen Hafenstädte Südostasiens – ein UNESCO-Weltkulturerbe mit Handelsarchitektur aus dem 15. bis 19. Jahrhundert, in der sich chinesische, japanische, vietnamesische und europäische Einflüsse auf engstem Raum in einem autofreien historischen Viertel verdichten. Laternen hängen an jeder Dachtraufe, Schneider füllen jeden zweiten Laden.

Tag 5: Die Altstadt bei Sonnenaufgang erkunden und noch einmal nach 20 Uhr (wenn die Laternen leuchten). Die Japanische Überdachte Brücke (Chùa Cầu) ist das meistfotografierte Bauwerk; die alten Kaufmannshäuser (Tan-Ky-Haus, Phung-Hung-Haus) bieten geführte Besichtigungen. Der Zentralmarkt ist hervorragend für frische Lebensmittel.

Tag 6: An-Bang- oder Cua-Dai-Strand (5 km östlich) für einen Strandtag. Alternativ ein Fahrrad mieten und durch die Reisfelder nach My Son radeln (40 km, Ruinen des Cham-Reichs – das „Angkor Vietnams”, UNESCO-gelistet). Bei Interesse an Maßkleidung am Nachmittag einen Schneidertermin wahrnehmen (Hoi An ist berühmt für schnelle, günstige und hochwertige Schneiderarbeiten – Fertigstellung in 24–48 Stunden).


Tag 7–8: Ho-Chi-Minh-Stadt — Saigons Energie

Flug von Da Nang nach Ho-Chi-Minh-Stadt (1,5 Stunden). Check-in im Rucksacktouristenviertel Bui Vien/Pham Ngu Lao (Budget) oder im Dong-Khoi-Viertel im 1. Distrikt (gehoben).

Tag 7 — Geschichte und Architektur: Das Kriegsopfermuseum (War Remnants Museum) – das eindringlichste Kriegsmuseum Südostasiens, das den „Amerikanischen Krieg” (wie er in Vietnam genannt wird) aus vietnamesischer Perspektive dokumentiert. Schwer verdaulich, aber unverzichtbar. Der Wiedervereinigungspalast (durch dessen Tore am 30. April 1975 nordvietnamesische Panzer brachen) ist exakt so erhalten, wie er damals war – zutiefst befremdlich und 90 Minuten wert.

Die Notre-Dame-Kathedrale und das Hauptpostamt (beide im 1. Distrikt, an der Dong Khoi) sind schöne Bauten der französischen Kolonialzeit; das Postamt ist noch in Betrieb, sein originales Holz- und Glasinterieur ist erhalten.

Tag 8 — Ben-Thanh-Markt und der Mekong: Der Ben-Thanh-Markt (Öffnung der Essensstände um 6 Uhr) ist Saigons ältester und zentralster Markt. Tagesausflug ins Mekong-Delta (My Tho oder Ben Tre, 2 Stunden südlich – organisierte Touren ab dem 1. Distrikt kosten 25–40 €/Person und umfassen Flussbootfahrt, schwimmende Märkte und Kokosnusskaramell-Manufakturen).

Abends: Saigon-Streetfood-Tour oder die Dachbars des Bitexco Financial Tower. Die Bui-Vien-Straße (Fußgängerzone, ab 20 Uhr geöffnet) ist überwältigend und faszinierend zugleich – Rucksacktourismus-Südostasien in seiner konzentriertesten Form.


Tag 9–10: Cu-Chi-Tunnel und letzter Tag

Tag 9: Die Cu-Chi-Tunnel (40 km nordwestlich von Saigon, 1,5 Stunden). Das 250 km lange unterirdische Tunnelnetz, das Vietcong-Guerillas während des Krieges nutzten – Besucher können einige Abschnitte durchkriechen. Gleichermaßen klaustrophobisch wie außergewöhnliche historische Dokumentation.

Tag 10: Abreise vom Flughafen Tan Son Nhat, oder ein zusätzlicher Tag im Mekong-Delta (Can Tho, 3,5 Stunden, die größte Stadt des Deltas mit hervorragenden schwimmenden Märkten bei Sonnenaufgang).


Praktische Tipps

Visa: Die meisten Nationalitäten benötigen ein E-Visum (online beantragen, 25 €, Bearbeitungszeit 3 Werktage) oder ein Visa-on-Arrival-Schreiben. Aktuelle Anforderungen für die eigene Nationalität prüfen – einige Nationalitäten erhalten eine 45-tägige visafreie Einreise.

Inlandsflüge: Vietnams Inlandsfluggesellschaften (Vietnam Airlines, VietJet, Bamboo Airways) sind günstig und zuverlässig. Hanoi–Da Nang und Da Nang–Ho-Chi-Minh-Stadt kosten bei rechtzeitiger Buchung meist 25–60 €.

Geld: Vietnamesischer Dong (VND). Geldautomaten sind weit verbreitet. Die meisten Ausgaben im Budgetbereich laufen über Bargeld; größere Restaurants und Hotels akzeptieren Karten. 1 € ≈ 28.000 VND (2026).

Küche: Die Küche verändert sich deutlich von Nord nach Süd. Pho (Nudelsuppe mit Schweine- oder Rindfleisch) gibt es überall, wobei die Hanoi-Version subtiler ist; Banh Mi (Baguette-Sandwiches) sind in Hoi An am besten; Com Tam (gebrochener Reis) und Banh Xeo (knusprige Crêpes) sind Saigon-Spezialitäten.

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