Photo: Jules Verne Times Two / Wikimedia Commons
Portugal in 10 Tagen: Lissabon, Sintra, Porto und das Douro-Tal
Der Torre de Belém im Morgenlicht, Sintras märchenhafte Paläste, die Weinberge des Douro-Tals und Portos Flussufer — die perfekte 10-tägige Portugal-Rundreise für 2026.
Überblick
Portugals zwei große Städte – Lissabon und Porto – sind durch 340 Kilometer Küsten- und Binnenlandschaften miteinander verbunden, dazu die Weinberge des Douro-Tals und die außergewöhnliche UNESCO-Stätte Sintra. Diese 10-tägige Route deckt das Wesentliche Portugals in angenehmem Tempo ab, mit Tagesausflügen von beiden Städten aus und drei Tagen auf den Weingütern des Douro-Tals.
Ideal für: Portugal-Erstbesucher, Genießer von Essen und Wein sowie alle, die eine Mischung aus Stadtkultur und Natur suchen Budget: 80–200 €/Tag (Unterkunft, Essen, Aktivitäten) Beste Reisezeit: März bis Juni sowie September bis November
Tag 1–3: Lissabon
Tag 1 — Ankunft und Belém: Anreise nach Lissabon (angeflogen von Ryanair, EasyJet und großen Fluggesellschaften aus ganz Europa). Check-in in der Unterkunft im Bairro Alto oder in Alfama.
Nachmittags: Belém, Lissabons historisches Viertel am Fluss (15 Minuten mit der Straßenbahnlinie 15E ab Praça do Comércio):
- Der Torre de Belém (gotischer Turm im manuelinischen Stil direkt am Fluss, Symbol des Zeitalters der Entdeckungen, Eintritt 10 €)
- Das Jerónimos-Kloster (UNESCO-Welterbe, ein Meisterwerk manuelinischer Architektur, in dem Vasco da Gama begraben liegt, Eintritt 10 €)
- Pastéis de Belém (die Original-Bäckerei des Pastel de Nata, seit 1837 geöffnet – die Schlange bewegt sich schnell; eine Nummer ziehen und auf den gekachelten Sitzbänken im Inneren genießen, 1,20 € pro Stück)
Abends: Ein Spaziergang durch das Bairro Alto (das hügelige Viertel mit Restaurants und Fado-Bars). Abendessen in einer Tasca (traditionelles Lokal, rund 15–20 € für ein komplettes Menü mit Wein).
Tag 2 — Alfama und die Hügel der Stadt: Das Viertel Alfama (Lissabons ältestes Viertel, maurischen Ursprungs, mit labyrinthischen Gassen und Wäscheleinen zwischen den Fenstern) erkundet man am besten zu Fuß, vom Fluss aus bergauf – die Burg São Jorge (Blick über die ganze Stadt und den Tejo, 10 €) und der Aussichtspunkt Miradouro das Portas do Sol sind die Landmarken.
Die LX Factory (ein umgebauter Industriekomplex aus dem 19. Jahrhundert in Alcântara, heute Markt-, Food- und Kunstareal) hat sonntags ihren besten Markt, samstags ist grundsätzlich viel los. Eines der vergnüglichsten Ziele in Lissabon.
Abends: Fado in einem traditionellen Haus in Alfama – Tasca do Chico oder Clube de Fado (Reservierung unbedingt nötig, Mindestverzehr 20–30 € pro Person, eines der bewegendsten kulturellen Erlebnisse in Lissabon).
Tag 3 — Tagesausflug nach Sintra: Zug vom Bahnhof Rossio in Lissabon nach Sintra (40 Minuten, 2,40 € pro Strecke) – eine der außergewöhnlichsten königlichen Landschaften Europas.
Der klassische Sintra-Rundgang:
- Palácio Nacional de Sintra (der königliche Palast im Zentrum, mit auffälligen kegelförmigen Zwillingsschornsteinen, 10 €)
- Quinta da Regaleira (ein mystisches Anwesen aus dem 19. Jahrhundert mit den labyrinthischen unterirdischen Initiationsbrunnen und außergewöhnlicher Architektur, 15 €)
- Pena-Palast (das fotogenste Bauwerk Portugals – ein romantischer Palast des 19. Jahrhunderts in Rot und Gelb, hoch oben auf dem höchsten Punkt der Serra de Sintra gelegen und an klaren Tagen sogar von Lissabon aus sichtbar, 15 €)
Praktisch: Der Fußweg vom Bahnhof zum Pena-Palast ist anstrengend (2,5 km bergauf). Tuk-Tuks (5–8 € pro Person, hin und zurück) verkehren vom Bahnhof zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten.
Tag 4–5: Zentralportugal — Óbidos und Nazaré
Tag 4 — Óbidos: Fahrt von Lissabon nach Norden (70 km, 1 Stunde) zum mittelalterlichen, von Mauern umschlossenen Dorf Óbidos – die gesamte Stadt liegt innerhalb der mittelalterlichen Stadtmauern (kostenlos begehbar), an fast jeder Tür wird Ginjinha (Sauerkirschlikör) verkauft, und der historische Kern gilt als einer der bestbewahrten Portugals. Übernachtung in einer umgebauten Pousada innerhalb der Mauern.
Tag 5 — Nazaré: Weiter geht es nach Nazaré (50 km nördlich, 45 Minuten) – das Fischerdorf, das für seine gewaltigen Winterwellen berühmt ist (November bis Februar, die höchsten surfbaren Wellen der Welt an der Praia do Norte, bis zu 30 Meter), das aber auch das ganze Jahr über ein charmantes portugiesisches Küstenstädtchen bleibt. Der Hauptstrand Praia de Nazaré zählt zu den besten Badestränden Portugals; in der Oberstadt (mit der Standseilbahn erreichbar) gibt es exzellente Fischrestaurants mit Blick auf die Küste.
Tag 6–8: Porto
Weiterfahrt mit Auto oder Zug von Nazaré nach Porto (230 km ab Lissabon; alternativ 2,5 Stunden direkt ab Lissabon mit dem Alfa-Pendular-Zug, 15–25 €).
Tag 6 — Ribeira und Portwein: Das Flussufer Ribeira in Porto (UNESCO-Welterbe, ein dichtes Ensemble mittelalterlicher Stadthäuser in Orange- und Terrakottatönen über dem Douro) ist das Sinnbild der Stadt. Über die zweistöckige eiserne Dom-Luís-I-Brücke (entworfen von Théophile Seyrig, einem Schüler Gustave Eiffels) gelangt man ans gegenüberliegende Ufer nach Vila Nova de Gaia.
Die Portwein-Kellereien (Taylor’s, Graham’s, Ramos Pinto, Sandeman, Quinta do Crasto) bieten alle freien Eintritt sowie Führungen mit Verkostung für 5–15 €. Taylor’s und Graham’s haben die eindrucksvollsten Anlagen und von der Verkostungsterrasse aus den schönsten Blick über Porto.
Tag 7 — Igreja de São Francisco und Café Majestic: Die Igreja de São Francisco (das eindrucksvollste Kircheninnere Portugals – buchstäblich 400 Kilogramm Blattgold bedecken die geschnitzten Holzverzierungen im Inneren, Eintritt 4 €) ist Portos beeindruckendste kulturelle Sehenswürdigkeit.
Das Café Majestic (das berühmteste Café Portos, mit einem Interieur im Stil der Belle Époque, angeblich der Ort, an dem J.K. Rowling die Idee zu Harry Potter hatte – tatsächlich unterrichtete sie in Porto Englisch und schrieb dort, nicht zwangsläufig im Majestic selbst) serviert überteuerten Kaffee, der wegen der Einrichtung trotzdem sein Geld wert ist.
Die Livraria Lello (die außergewöhnliche neogotische Buchhandlung, oft als schönste der Welt bezeichnet – Eintritt 5 €, anrechenbar auf einen Kauf) liegt nur drei Minuten vom Majestic entfernt.
Tag 8 — Tagesausflug ins Douro-Tal: Ganztagesausflug in die Weinregion des Douro-Tals (100 km östlich von Porto). Optionen:
- Autofahrt entlang des Douro (Straße N222 am Südufer, regelmäßig zu einer der schönsten Panoramastraßen der Welt gewählt)
- Zugfahrt auf der Douro-Linie (Linha do Douro, von Porto Campanhã bis zum Bahnhof Pinhão, 2,5 Stunden, außergewöhnliche Flusstal-Landschaft, 13 € pro Strecke)
- Flusskreuzfahrt (Ganztagestour ab Porto oder Régua, 45–90 €)
In Pinhão, dem Zentrum der Portweinregion, lassen sich Weingüter wie Quinta do Crasto, Quinta dos Roques und Dutzende kleinere Produzenten besuchen – die meisten bieten Verkostungen mit Blick über die terrassierten Weinberge.
Tag 9–10: Douro-Tal und Rückreise
Tag 9 — Übernachtung im Douro-Tal: Übernachtung im Douro-Tal auf einem der schönsten Boutique-Weingüter Portugals – Quinta do Vallado, Quinta do Crasto oder Quinta de la Rosa bieten alle Zimmer (150–350 €/Nacht inklusive Weinprobe und Weinbergführung). Die Olivenernte (Oktober–November) und die Weinlese (September–Oktober) sind die stimmungsvollsten Reisezeiten.
Tag 10 — Rückreise nach Lissabon: Fahrt nach Süden durch die Beira Alta (Portugals Hochland im Landesinneren) oder Rückkehr nach Porto mit Abflug vom Flughafen Francisco Sá Carneiro. Der Flughafen Porto wird gut von europäischen Billigfliegern angeflogen.
Praktische Tipps
Autofahren: Portugal gehört zu den angenehmsten Ländern Europas zum Autofahren – die Autobahnen sind wenig befahren, die Beschilderung ist gut, und die Spritpreise liegen leicht unter dem westeuropäischen Durchschnitt. Die A1 (Lissabon–Porto) ist die wichtigste, mautpflichtige Autobahn (rund 20 € für die gesamte Strecke). Landstraßen sind in der Regel in gutem Zustand.
Sprache: Portugiesisch – nicht Spanisch, und Einheimische legen Wert auf diesen Unterschied. In den touristischen Regionen sprechen die meisten Portugiesen ausgezeichnetes Englisch. Ein paar Worte Portugiesisch (obrigado/obrigada für Danke, por favor für Bitte) werden aufrichtig geschätzt.
Pastel de Nata: Die korrekte Bezeichnung für das Blätterteig-Puddingtörtchen lautet überall pastel de nata (Plural: pastéis de nata) – außer in Belém, wo das Originalrezept unter dem geschützten Namen „pastel de Belém” verkauft wird. Geschmacklich unterscheiden sie sich kaum; das genaue Rezept bleibt ein gut gehütetes Geheimnis.
Fado: Fado-Auftritte in Lissabon, dem Ursprungsort der Tradition, sind wirklich bewegend – die schwermütige, emotionale Qualität (saudade) des besten Fado ist mit keiner anderen musikalischen Tradition vergleichbar. Die bekanntesten Interpretinnen (Mariza, Ana Moura) treten gelegentlich in den traditionellen Casas auf; in den Lokalen von Alfama laufen das ganze Jahr über allabendlich traditionelle Fado-Shows.