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Georgien und Armenien: 10-tägige Reiseroute durch Tbilisi, Kazbegi und Jerewan
Die Schwefelbäder der Tbilisier Altstadt, die schneebedeckten Berge von Kazbegi, Armeniens uralte Klöster und der Wein des Kachetien-Tals — die perfekte 10-tägige Reiseroute durch den Südkaukasus.
Überblick
Der Südkaukasus (Georgien und Armenien) ist die meistdiskutierte aufstrebende Reiseregion des Jahres 2026 — zwei bemerkenswerte Länder mit uralten christlichen Kulturen, atemberaubenden Berglandschaften und Weltklasse-Wein (Georgien beansprucht für sich, vor 8.000 Jahren den Wein erfunden zu haben). Die Kombination aus Gastfreundschaft, Küche und Naturschönheit steht jedem etablierten europäischen Reiseziel in nichts nach — bei deutlich niedrigeren Preisen.
Am besten geeignet für: Reisende, die nach echter Entdeckung, kultureller Tiefe und außergewöhnlicher Landschaft suchen — kein Strandurlaub Budget: 50–120 €/Tag (Unterkunft, Verpflegung, Aktivitäten) Beste Reisezeit: Mai–Juni und September–Oktober (trocken, warm, die Berge gut zugänglich)
Tag 1–4: Tbilisi, Georgien
Anreise über den Flughafen Tbilisi International — Direktflüge aus Istanbul, Dubai und den wichtigsten europäischen Drehkreuzen.
Tag 1 — Altstadt und die Bäder: Tbilisis Altstadt (Kala) zählt zu den schönsten und authentischsten historischen Vierteln der Welt — Holzhäuser mit überhängenden Balkonen säumen die engen Gassen, persisch und russisch beeinflusste Architektur steht neben georgischer, Kirchen reichen bis ins 5. Jahrhundert zurück, und die geologische Lage ist einzigartig: Die Stadt erhebt sich an den Hängen einer Schlucht über dem Fluss Mtkvari.
Abanotubani, das Schwefelbadviertel, ist Tbilisis unverwechselbarstes Viertel: Kuppelbäder aus dem 19. Jahrhundert über natürlichen Schwefelquellen bieten private Baderäume (5–20 €/Stunde) und traditionelle georgische Massagen mit dem Kese-Peelinghandschuh. Empfehlenswert sind das Gorgasali-Bad (die schönste Fassade) und das Royal Bath (das schönste Interieur).
Tag 2 — Narikala und Rustaveli: Die Festung Narikala (die Zitadelle aus dem 4. Jahrhundert oberhalb der Altstadt, erreichbar per Seilbahn (2 €) oder zu Fuß) bietet einen überwältigenden Blick über die Stadt und die charakteristischen Blechdächer der alten Tbilisier Häuser. Die Metechi-Kirche (5. Jahrhundert) thront auf der Felsklippe über dem Fluss.
Der Rustaveli-Boulevard (Georgiens Hauptprachtstraße mit Opernhaus, Nationalgalerie, Parlamentsgebäude und Cafés) sowie der Dry-Bridge-Markt (ein Flohmarkt, auf dem täglich Objekte aus der Sowjetzeit, georgische Antiquitäten und kuriose Fundstücke verkauft werden — einer der besten Flohmärkte der Welt).
Tag 3 — Wein und das Nationalmuseum: Das Georgische Nationalmuseum beeindruckt mit einer herausragenden Sammlung antiken Goldschmucks und Artefakten der bronzezeitlichen Kolchis-Kultur (der Mythos vom Goldenen Vlies hat seine Wurzeln in der georgischen Goldwäschertradition). Die Stalin-Ausstellung — Georgien ist Stalins Geburtsland — regt zum Nachdenken an.
Die Tbilisi Wine Bar oder die Weinbar 8000 Vintages sind ideal, um georgische Naturweine zu probieren — Qvevri-Weine (vergoren in großen, unter der Erde vergrabenen Tongefäßen, eine 6.000 Jahre alte Tradition), Amber-Weine (weiße Trauben mit Schalenkontakt vergoren) und die schier unglaubliche Vielfalt einheimischer georgischer Rebsorten (über 500, von denen viele nur in einzelnen Tälern bekannt sind).
Abends: Dinner im Shavi Lomi (das gefeiertste traditionelle georgische Restaurant in Tbilisi, Reservierung unbedingt empfohlen, hervorragende Khinkali, Lobiani und Badrijani Nigvzit) oder im Barbarestan (die Küche orientiert sich am Kochbuch der Tbilisier Köchin Barbara Jorjadze aus dem 19. Jahrhundert — bemerkenswert).
Tag 4 — Mtazminda und Umgebung: Der Mtazminda-Park (erreichbar per Standseilbahn, Panoramablick über die Stadt, Freiluftcafé) und das Pantheon der georgischen Schriftsteller (der Hangfriedhof mit eindrucksvollen Grabdenkmälern für Georgiens Dichter und Schriftsteller — Nino Chavchavadze, Ilia Chavchavadze, Akaki Tsereteli).
Architekturspaziergang durch Tbilisi: die bemalten Holzbalkone des Kala-Viertels, die Jugendstilbauten rund um Baratashvili, das sowjetisch-modernistische Autobahnministerium (ein brutalistisches Meisterwerk, das über einer Schlucht zu schweben scheint) und die von Rem Koolhaas entworfene Friedensbrücke (2010, die auffälligste zeitgenössische Architektur im Kaukasus).
Tag 5–6: Kazbegi und der Große Kaukasus
Anreise mit dem Auto oder Kleinbus von Tbilisi nach Kazbegi (3 Stunden über die Georgische Heerstraße und den Jvari-Pass — eine der großen Bergstraßenfahrten der Welt, die auf 2.395 Metern Höhe zwischen Tbilisi und der russischen Grenze verläuft).
Kazbegi (offiziell Stepanzminda, 2.000 Einwohner) liegt auf 1.740 Metern Höhe am Fuß des Kazbek (5.047 m, einer der höchsten Gipfel des Kaukasus). Die berühmte Dreifaltigkeitskirche von Gergeti (georgisch-orthodoxe Kirche aus dem 14. Jahrhundert auf 2.170 Metern, mit dem Kazbek im Hintergrund — das meistfotografierte Motiv Georgiens) erreicht man in einer zweistündigen Wanderung (mittlerer Schwierigkeitsgrad) oder per Geländewagen-Taxi (20 € hin und zurück).
Tag 6 — Wanderungen durch die Schluchten: Das Truso-Tal (30 km von Kazbegi entfernt, per Geländewagen erreichbar, verlassene ossetische Dörfer, Mineralquellen und eine grandiose Bergkulisse — eine der spektakulärsten Tageswanderungen Georgiens) oder die Dariali-Schlucht (der enge Canyon des Terek-Flusses nahe der russischen Grenze, wo Alexander der Große der Überlieferung nach von den Einheimischen aufgehalten wurde).
Unterkunft: Kazbegi bietet mehrere gute Gästehäuser (30–60 €/Nacht) — Zimmer bei einheimischen Familien sind die authentische Wahl; das Rooms Hotel Kazbegi ist die Luxusoption (200–400 €/Nacht, ein atemberaubender Bergblick vom Infinity-Pool aus).
Tag 7–8: Weinregion Kachetien
Fahrt von Tbilisi 2,5 Stunden ostwärts in die Weinregion Kachetien — Ursprung von 70 % des georgischen Weins, das Alazani-Tal zwischen dem Kaukasus- und dem Gombori-Gebirge.
Sighnaghi (die „Stadt der Liebe”, eine restaurierte Hügelstadt aus dem 18. Jahrhundert mit den längsten Stadtmauern im Kaukasus und einem grandiosen Blick über das Alazani-Tal bis zu den schneebedeckten Gipfeln des Kaukasus-Hauptkamms im Norden).
Weingutbesuche: Zahlreiche Weingüter bieten Führungen und Verkostungen an — Pheasant’s Tears (international gefeierter biologischer Naturwein), Twins Wine Cellar (innovativ, gutes Englisch) und Kindzmarauli Marani (die Heimat des berühmten halbsüßen Rotweins Kindzmarauli, Georgiens bekanntester Wein).
Kloster Bodbe (hier ist die Heilige Nino begraben, die Georgien im Jahr 337 n. Chr. zum Christentum bekehrte — ein Ort von zentraler Bedeutung für die georgische kulturelle Identität).
Tag 9–10: Jerewan, Armenien
Bus oder Sammeltaxi von Tbilisi nach Jerewan (6 Stunden, 15–25 €) — der Grenzübertritt bei Bavra dauert 30–60 Minuten.
Tag 9 — Republikplatz und Kaskade: Jerewan ist Armeniens Hauptstadt und gilt als eine der ältesten durchgehend bewohnten Städte der Welt an ihrem ursprünglichen Standort — mit über 2.800 Jahren dokumentierter Geschichte. Der rosafarbene Tuffstein der Stadtgebäude verleiht Jerewan eine warme, unverwechselbare Ausstrahlung.
Die Kaskade (ein monumentales, stufenförmiges Bauwerk mit zeitgenössischen Kunstausstellungen und Rolltreppen; von den Stufen aus hat man den besten Blick über die Stadt bis zum Berg Ararat — dem heiligen Berg der armenischen Identität, der heute in der Türkei liegt, an klaren Tagen aber von Jerewan aus sichtbar ist) und der Republikplatz (das Herz der Stadt, neoklassizistische Bauten aus der Sowjetzeit im typischen rosa Tuffstein, abends mit choreografierten Musikfontänen).
Das Gedenkmal für den Völkermord an den Armeniern (Tsizernakaberd) ist ein unverzichtbarer und zutiefst bewegender Ort, um die armenische Geschichte und die heutige armenische Identität zu verstehen. Jede Familie in Armenien war vom Völkermord 1915 betroffen — das Denkmal ist das Zentrum der nationalen Erinnerungskultur.
Tag 10 — Garni-Tempel und Kloster Geghard: Der Garni-Tempel (ein heidnischer Tempel im griechischen Stil aus dem 1. Jahrhundert, das am besten erhaltene hellenistische Bauwerk in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion, 30 km von Jerewan entfernt) und das Kloster Geghard (ein Kloster aus dem 4. Jahrhundert, teilweise direkt in den Fels der Schlucht gehauen, UNESCO-Weltkulturerbe mit einer verblüffenden Akustik — Chorgesänge, die hier aufgeführt werden, sind ein unvergessliches Erlebnis).
Kloster Chor Virap (hier wurde Gregor der Erleuchter 15 Jahre lang gefangen gehalten, bevor er im Jahr 301 n. Chr. den armenischen König zum Christentum bekehrte — und von hier aus hat man den nächstgelegenen Blick auf den Berg Ararat, der 18 km entfernt jenseits der türkischen Grenze liegt und mit seinen 5.137 Metern die Landschaft überragt).
Praktische Hinweise
Visa: Georgien gewährt den meisten Nationalitäten visumfreie Einreise (bis zu 365 Tage für EU-, US- und UK-Bürger). Armenien bietet EU-Bürgern visumfreie Einreise; für andere ist ein E-Visum (6 €) erhältlich.
Währung: Georgien nutzt den Lari (GEL, etwa 1 GEL = 0,35 €), Armenien den Dram (AMD). In beiden Ländern wird im Alltag überwiegend bar bezahlt; Geldautomaten gibt es in den größeren Städten.
Sprache: Georgisch gehört zu den eigenständigsten Sprachen der Welt — mit einem eigenen, im 5. Jahrhundert n. Chr. entwickelten Alphabet, das keiner anderen Schrift ähnelt. Russisch wird von älteren Georgiern und Armeniern noch weitgehend verstanden; Englisch spricht man zunehmend in den touristischen und jungen urbanen Kreisen von Tbilisi und Jerewan.
Küche: Die georgische Küche ist ein Erlebnis für sich — Khinkali (gefüllte Teigtaschen mit Brühe, die man am Knoten hält und anbeißt, um die Brühe zu trinken), Khatschapuri (mit Käse gefülltes Brot, wobei die adscharische Variante mit Eigelb und Butter obenauf besonders köstlich ist), Badrijani Nigvzit (Auberginen mit Walnusspaste), Lobiani (Bohnenbrot) und die verschiedenen Sorten Tschurtschchela (Süßigkeit aus Walnüssen und eingedicktem Traubensaft).